Lackpolitur & Versiegelung.


Die Lackierung eines Fahrzeuges diente ursprünglich dem Verwitterungsschutz der verwendeten Blechteile. Im Laufe der Automobilentwicklung wandelte sich der Lack von der reinen Schutzbeschichtung mehr und mehr zum wichtigen Designelement und damit auch die Qualität der verwendeten Lacke und der beschichteten Materialien.

Heute werden fast ausschließlich wasserbasierte Lacke genutzt, die z.T. im Mehrschichtverfahren aufgetragen für effektvolle Wirkungen sorgen. Ganz selbstverständlich werden inzwischen nicht nur Stahlbleche und Aluminium, sondern auch Kunst- und Verbundwerkstoffe aller Güten in Fahrzeugfarbe lackiert.

Gerade die umweltfreundlicheren, wasserbasierten Lacke sind jedoch relativ weich und sehr anfällig für Kratzer (durch Waschanlagen / Streifschäden) und Steinschläge. Feine Kratzer in der Lackoberfläche brechen das Licht viel stärker, als eine unbeschädigte Oberfläche, was das menschliche Auge als Mangel an Glanz oder Mattigkeit empfindet.


Die Automobilindustrie steuerte mit der Entwicklung von härteren, unempfindlicheren aber aufpreispflichtigen Keramiklacken dagegen. Oft sind diese Lacke so hart, daß mit einer herkömmlichen Handpolitur (und entsprechend geringem Abtrag) kaum ein befriedigendes Ergebnis zu erzielen ist.


Beides spricht für die Lackaufbereitung durch einen Profi, der mit geeigneten Maschinen und abgestimmten Polituren sowie mit Erfahrung und Feingefühl das gewünschte Ergebnis erzielen wird.

Je nach Schadensbild der Lackoberfläche wird entschieden, in wievielen Politurschritten der Lack geglättet und wieder zu Hochglanz gebracht werden kann.


 

  • Mit grober Schleifpolitur kann eine ausgeblichene Lackschicht abgetragen und gröbere Kratzer auspoliert werden.
  • Mittlere Politur entfernt Gebrauchsspuren und sorgt für ersten Glanz.
  • Feinpolitur entfernt Hologramme und feinste Haarlinienkratzer und sorgt für brillianten Tiefenglanz.
  • Finishpolitur fügt noch zusätzlichen Brilliantglanz für Wettbewerbsfahrzeuge oder besonders wertvolle Fahrzeuge hinzu. - Mehr Glanz geht nicht.


Versiegelung.


Um das nach mehrtägigem Polieren erzielte Hochglanzergebnis für lange Zeit zu konservieren und den Lack vor Wiederanschmutzung und Verkratzten in der Waschanlage zu schützen, gibt es mehrere Verfahren mit unterschiedlicher Haltbarkeit.

  • Carnaubawachs sorgt für den schönsten, "warmen" Glanz, hat aber mit wenigen Wochen die kürzeste Haltbarkeit. Ideal für Ausstellungs- und Wettbewerbsfahrzeuge.
  • Hartwachs ist ebenso schnell und einfach zu verarbeiten, hat aber auch nur eine Haltbarkeit von bis zu 3 Monaten.
  • Eine Nanoversiegelung auf Keramikbasis überzieht die polierte Lackoberfläche wie eine extrem dünne Klarlackschicht und vernetzt sich bei richtiger Anwendung und Austrocknung dauerhaft mit der Lackoberfläche. Die Haltbarkeit beträgt je nach gewähltem Produkt 12 bis  24 Monate.
  • Die technisch anspruchvollste Nanoversiegelung basiert auf Siliziumdioxid und benötigt in der Regel zwei zusätzliche Arbeitstage für Auftrag und Trocknung. Je nach Produkt sind Standzeiten von 30.000 km oder 2 Jahren möglich.